Dein Platz in Gottes Plan

Dein Platz in Gottes Plan

Autor: Markus Rex

 

Mit allem, was Gott tut, verfolgt er eine Absicht. So lesen wir von seinem großen Erlösungsplan, den er durch die Zeitalter immer genauer offenbarte und als die Zeit erfüllt war1 schließlich ausführte. Zu allen Zeiten gebrauchte er dafür Menschen, die bereit waren, sich ihm anzuvertrauen und seinem Plan zu folgen.

Heute leben wir in einer Zeit, in der Gott seine Gemeinde bauen will in Vorbereitung auf das Wiederkommen Jesu. Auch jetzt braucht er Menschen, die ihren Platz in seinem Plan finden und ihn ausfüllen, das heißt, Gott sucht Menschen, die bereit sind, sich in ihren Gemeinden einzubringen.

Für eine effektive Mitarbeit im Reich Gottes sind drei wichtige Voraussetzungen nötig: Begeisterung, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit.

 
 

Begeisterung

 

Es ist ermüdend, wenn man mit Leuten zu tun hat, die zwar tolle Fähigkeiten haben, aber lustlos und träge sind. Mitarbeiter, denen der innere Antrieb fehlt, können eigentlich nirgendwo richtig eingesetzt werden. Dadurch wird in Gemeinden und christlichen Werken viel Potential vergeudet. Allein der Aufruf: »Jetzt seid noch mal mehr begeistert!«, ändert an dem Zustand noch nichts.

Manche Leute gehen zu einem Konzert und kommen total begeistert von der Stimmung und dem Rhythmus der Musik wieder zurück. Aber schon nach wenigen Tagen ist die Begeisterung verflogen und alles bleibt beim alten Trott.

 

Wirkliche Begeisterung braucht echte Inhalte bzw. Überzeugungen. Es ist mehr, als nur Euphorie, mehr als ein momentanes Glücksgefühl. Begeisterung äußert sich unterschiedlich. Es kommt ganz auf die Persönlichkeit und die jeweilige Situation an. Ein Fußballfan zum Beispiel wird bei einem Tor seiner Mannschaft nicht ruhig in seinem Sessel sitzen bleiben, sondern lautstark jubeln. Mein Nachbar ist ein leidenschaftlicher Angler. Aber deshalb springt er bei einem Biss vor lauter Freude nicht auf und ab, sondern bleibt still sitzen, weil er sonst die Fische vertreibt. Seine Leidenschaft zeigt sich darin, dass er bei Wind und Wetter mit seinem Kahn auf den See fährt.

 

Für uns geht es darum, dass wir über Gott und seine Pläne begeistert sind. Die Gläubigen der ersten Generation lebten und verhielten sich in einer Weise, dass die Leute um sie herum von ihnen sagten, sie seien enthusiastisch. (Genau genommen heißt das griechische Wort en-theos, von dem sich der Begriff Enthusiasmus abgeleitet hat, und bedeutet eigentlich: In welchem Gott ist oder Gott-begeistert sein.) Mit ihrem ganzen Sein haben sie sich so sehr nach mehr von Gott ausgestreckt, dass ihr Leben und Alltag davon erfüllt war.

 

Begeistert für Gott leben und sich nach ihm ausstrecken ist ein wesentliches Thema im Neuen Testament. Das griechische Wort entheos (Begeisterung) finden wir nicht im Neuen Testament. Stattdessen wird wird hauptsächlich das griechische Wort zelo (eifrig o. begeistert sein) verwendet. Der Prediger Apollos war feurig (zelo) im Geist (Apg 18,25). Wir sollen über die Wirkungen des Heiligen Geistes begeistert sein und nach seinen Gaben eifrig streben (zeloo) (1 Kor 14,1).

 

In Römer 12,11 heißt es:

 

Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!

 

Der Kommentar im NTR lautet dazu: Sieden, (vor Hitze) kochen bzw. wallen, heiß sein;
übertragen: feurig sein, lodern (wie eine Flamme), für den Herrn glühen.2

 

Wir können und sollen regelrecht Feuer und Flamme für Gott sein. Wie schon gesagt, geschieht das aber nicht durch Aufrufe (obwohl sie natürlich motivierend sein können), sondern durch Inhalte. Wir sollten über das Gleiche begeistert sein, worüber Gott begeistert ist bzw. darüber, was ihm gefällt. Zum Beispiel ist Freude im Himmel, wenn Menschen gerettet werden. Gott ist begeistert über Jesus und seine Braut, die Gemeinde. Gott wird verherrlicht, wenn wir so leben, wie es ihm gefällt.

 

Unsere Begeisterung wird angefeuert, wenn wir eine Vision bzw. eine Perspektive haben. Wenn wir die Ströme lebendigen Wassers schon von uns fließen sehen, sind wir neu angespornt, uns nach der Fülle des Geistes und seinen Gaben auszustrecken. Wenn wir die eigene Gemeinde wachsen und uns darin gesegnet sehen, gewinnen wir eine neue Leidenschaft, uns für das Werk Gottes einzusetzen.

 
 

Verfügbarkeit

 

Echte Begeisterung und eine Leidenschaft für Gott führen uns zu einer (vielleicht nie gekannten) Hingabe an die Dinge, die Gott wichtig sind. Begeisterung bewirkt ein unbändiges Wollen. Unwillige Christen sind schläfrig und schwerfällig, was geistliche Aktivitäten anbelangt. Wer von Gott begeistert ist, stellt sich ihm zur Verfügung.

 

Römer 12,11 (H.f.A.)
Setzt euch unermüdlich für Gottes Sache ein. Lasst euch ganz vom Heiligen Geist durchdringen, und steht Gott jeden Augenblick zur Verfügung.

 

Verfügbarkeit bedeutet, an Gottes Willen hingegeben und seinen Wünschen gegenüber zugänglich zu sein. Verfügbarkeit ist gewissermaßen ein Bereitschaftsdienst im Reich Gottes, der es erfordern kann, dass eigene Pläne hintenanstehen. Gottes Anliegen werden wichtiger als die eigenen. Man ist bereit für Unvorhergesehenes, das heißt, wenn sofortiges Handeln erforderlich ist.

 

Die Jünger Jesu zögerten keinen Augenblick. Sie ließen alles stehen und liegen und folgten ihm nach. Das gleiche tat Elisa, als der Prophet Elia ihn zum Dienst berief.3 Im Gegensatz dazu hatten die zwei Männer in Lukas 9,59-62 andere Prioritäten. Jesus sagte dazu: »Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes.«

 

Ein weiteres Beispiel wollen wir uns etwas genauer ansehen.

 

Lukas 10,38-42
Es begab sich aber, als sie weiterreisten, dass er in ein gewisses Dorf kam; und eine Frau namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. 39 Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß; die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seinem Wort zu. 40 Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sage ihr doch, dass sie mir hilft! 41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; 42 eines aber ist Not. Maria aber hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!

 

Diese Episode mit Martha und Maria wurde schon recht unterschiedlich ausgelegt. Auf keinen Fall bedeutet es, dass es »ungeistlich« wäre, arbeiten zu gehen. Jesus lobt nicht die Faulen und er liebt keine Trägheit. Es könnte aber bedeuten, bei zwei wichtigen Angelegenheiten zu erkennen, was im Augenblick wichtiger ist. Jesus lobte Maria, dass sie das gute Teil erwählt hatte. Was tat sie? Sie setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seinem Wort zu.

 

Bei aller Arbeit geht es nicht zuletzt darum, dass wir uns dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist aussetzen. Dadurch werden wir sensibler für das, was Gott wichtig ist. Manchmal haben wir unsere eigenen Pläne und Vorstellungen, die wir für so unerlässlich halten, dass wir sie unter allen Umständen durchpeitschen wollen. Bei Martha und Maria machte Jesus einen Kontrast deutlich: Martha war beschäftigt und Maria war verfügbar. Martha war beschäftigt mit dem, was ihr wichtig war, aber Maria war verfügbar für das, was in Jesu Augen wichtig war..

 

Manchmal sind Leute so mit sich selbst oder mit dem, was sie für wichtig halten, beschäftigt, dass sie nicht auf den Ruf Gottes (oder der Gemeinde) antworten können, selbst wenn sie wollten. Die besten Begabungen nützen aber nichts, wenn wir nicht zur Verfügung stehen.

 
 

Zuverlässigkeit

 

Gläubige, die brennend im Geist, also be-Geist-ert sind, sind auch hoch motiviert, Gott zu dienen und sich in ihren Gemeinden einzubringen. Sie sind mit ihren Gaben und Fähigkeiten verfügbar, sobald sie gebraucht werden.

Gemeinden und Werke brauchen zuverlässige Mitarbeiter. Sie brauchen nicht nur eine sporadische Einsatzbereitschaft, sondern Kontinuität, um nachhaltig Frucht zu erzeugen. Andere Begriffe für Zuverlässigkeit sind: Treue, Loyalität, Vertrauenswürdigkeit, Verlässlichkeit und Integrität. Die folgenden Definitionen sind hilfreich, um Zuverlässigkeit besser zu verstehen.

 

Treue ist die innere Haltung, aus der heraus Versprechen und Verpflichtungen erfüllt werden, eine grundsätzliche Zuverlässigkeit, die mit Wahrheit und Gerechtigkeit eng verschwistert ist.4

 

Zuverlässigkeit ist das Lernen, sein Wort zu halten, auch dann wenn es schwierig ist, das Versprochene zu tun. Die Menschen, für die man arbeitet, entlasten, indem man die Arbeit, mit der man beauftragt wurde, konsequent ausführt.
Loyalität bedeutet, die Wünsche und Ziele derer, für die man arbeitet so zu betrachten, als wären es die eigenen. Es lernen, denen beizustehen, für die man arbeitet, wenn die Belastung zunimmt.5

 

Zuverlässigkeit beinhaltet das Verhalten gegenüber (leitenden) Personen, aber auch die Art und Weise wie bestimmte Arbeiten verrichtet werden.

Es geht darum, dass man seinen (kleinen) Platz im großen Plan Gottes findet und ihn konsequent ausfüllt. Manchmal sind Leute ausgebrannt, weil sie sich zu sehr mit Dingen beschäftigen, die in Gottes Augen gar nicht so wichtig sind. Andere verlieren die Lust an ihrem Dienst, weil sie nicht die Anerkennung bekommen, die sie erwarten. Wieder andere wollen immer dort sein, wo »geistlich« gerade was los ist. Sie verlassen dann ihren Platz in der eigenen Gemeinde, um sich auf irgendeiner auswärtigen Konferenz, einem Konzert o.ä. die Zeit zu vertreiben. (Natürlich bedeutet das nicht, dass Konferenzen falsch sind, aber die Teilnahme sollte immer im Einklang mit der eigenen Gemeinde sein.)

 

In Römer 12,11 werden wir aufgefordert: Im Eifer lasst nicht nach (Schl.), Seid nicht träge, in
dem, was ihr tun sollt (Luth.), Don‘t burn out (Mess.). Sondern: Seid brennend im Geist und dient dem Herrn!

 

______________________________________________________________

1 Galater 4,4

2 Das Neue Testament, übersetzt von Manfred Roth

3 1 Könige 19,19-21

4 Fritz Rienecker, »Lexikon zur Bibel«

5 Bill Gotthard, (zitiert aus: »Gott braucht starke Typen«, Paul Anderson)

 

Monat 07-2014 wugffo.de