Szenarien um die Geburt Jesu

Szenarien um die Geburt Jesu

Autor: Markus Rex

 

Galater 4,4
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau …
 

Offenbar hat Gott einen Plan – einen Heilsplan. Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, sandte er seinen Sohn. Durch das ganze AT hindurch wurde der Messias schon als der Erlöser angekündigt. Abraham hatte Jesus als den Christus kommen sehen (Joh 8,56; Hebr 11,13). Mose, David und (fast) alle Propheten haben von ihm geweissagt (Luk 24,27). Als die Juden aus der Verbannung zurückgekehrt und Jerusalem und der Tempel endlich wieder aufgebaut waren, gab es kein direktes Reden oder Eingreifen Gottes mehr. Vierhundert Jahre lang gab es keine Offenbarung, keine Vision und keine Weissagung. Stattdessen nahm der „weltliche“ Einfluss zu, was nicht zuletzt auf die verschiedenen Besatzungsmächte während dieser Zeit zurückzuführen war. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich in dieser Periode allerlei religiöse und politische Parteien bildeten und sich vielerlei Lehren und Traditionen entwickelten. Doch alle verband die eine Hoffnung auf den Messias, der sie aus der Unterdrückung befreien würde.
 

Nach 400 Jahren Stille überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Die Evangelien berichten vermehrt von Engelserscheinungen:
 

– bei dem Priester Zacharias, als er seinen Tempeldienst verrichtete (Luk 1,11-20)

– der Engel Gabriel kündigt der Maria die Empfängis und Geburt Jesu an (Luk 1,26-38)

– bei Joseph im Traum (Matth 1,20-23)

– bei den Hirten (Luk 2,9-14)

– bei Joseph, als er nach Ägypten fliehen und später wieder zurückkehren sollte (Matth 2,13.19.22)

 

Es gibt wieder Manifestationen des Heiligen Geistes, d.h. Gott redet wieder durch Weissagung wie zu Zeiten der Propheten:
 

„Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Kind in ihrem Leib; und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme und sprach …“ (Luk 1,41-42)
 
„Und Maria sprach (weissagte): meine Seele erhebt den Herrn …“ (Luk 1,46)
 
„Und sein Vater Zacharias wurde mit Heiligem Geist erfüllt, weissagte und sprach …“ (Luk 1,67)
 
Und er (Simeon) kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus hineinbrachten, … da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach …“ (Luk 2,27-28)

 

Zur Durchführung seines Heilsplanes gebrauchte Gott die unterschiedlichsten Menschen. Durch die Idee des gottlosen Kaisers Augustus eine Volkszählung durchzuführen, mussten Joseph und Maria nach Bethlehem reisen. Dadurch wurde die Prophetie aus Micha 5,1 erfüllt, dass Jesus in Bethlehem geboren werden würde (vergl. Matth 2,4-6). Infolge der Bosheit des Königs Herodes wurden drei weitere Prophetien erfüllt: Dass Gott seinen Sohn aus Ägypten gerufen hat, der Kindermord in Bethlehem und dass Jesus als Nazarener1 bezeichnet werden wird (Matth 2,15.18.23; Hos 11,1; Jer 31,15).
 

Doch lasst uns das Augenmerk besonders auf die Personen richten, die ein besonderes Zeugnis der Heiligen Schrift haben:

 

Zacharias und Elisabeth – „Sie waren aber beide gerecht vor Gott und wandelten untadelig in allen Geboten und Rechtsbestimmungen des Herrn.“ (Luk 1,6)
 
Simeon – „… und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm.“ (Luk 2,25)
 
Hanna – „Und da war auch Hanna, eine Prophetin … und sie war eine Witwe von etwa 84 Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.“ (Luk 2,36-37)
 
Joseph – „Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war … handelte so, wie es ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.“ (Matth 1,19.24)
 
Maria – „… Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen! … du hast Gnade bei Gott gefunden … Maria aber sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort!“ (Luk 1,28.30.37)

 

Die zuletzt genannten Menschen hatten gemeinsame Eigenschaften. Sie waren waren gerecht, gottesfürchtig und untadelig. Ihr Herz gehörte Gott und sie waren bereit ihm zu dienen. Wir warten wie die Menschen damals auf das (Wieder-) Kommen des Messias. Auch heute hält Gott nach Menschen Ausschau, die bereit sind, alles zu tun, damit Gottes Reich sich ausbreiten kann. Lass dich einfügen als ein Puzzleteil in seinen großen Plan.
 
 

1 – Wahrscheinlich bedient sich Matthäus hier eines Wortspiels. so könnte sich Nazarener auf das hebr. nezer beziehen, was Spross bedeutet (Jes 11,1).

 

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